[Technologie] Fernarbeitssystem von 1993

巫朝晖(JEFFI CHAO HUI WU)

Artikelzeit: 2025-6-23 Montag, 13:40

1993 gründete ich mit meinem Partner in Sydney eine Druckerei. Damals war ich sowohl der Chef als auch Designer, Verkäufer und Buchhalter; ich musste alle Arbeiten selbst erledigen. Um die Effizienz zu steigern, begann ich, EXCEL zu verwenden und entwarf ein eigenes System zur Verwaltung des Papierlagers. Dieses System war zwar einfach, aber äußerst praktisch und verbesserte erheblich die Genauigkeit und Reaktionsgeschwindigkeit beim Ein- und Auslagern. Rückblickend könnte es eines der frühesten einfachen Lagerverwaltungssysteme weltweit gewesen sein.

Dank effizienter Prozesse und eines ehrlichen Rufs erhielt ich schnell mehrere Großaufträge von verschiedenen Regierungsbehörden. Die Druckauflagen waren hoch und die Zahlungen kamen schnell, wodurch das Unternehmen rasch das erste Kapital ansammeln konnte. Um das Geschäft auszubauen, richtete ich nacheinander zwei Auftragsbüros in North Sydney und im Westen ein. Die Synchronisierung der Informationen zwischen den drei Standorten wurde zu einem dringenden Problem.

Im selben Jahr begann das Konzept des Internets, auf dem Markt allmählich sichtbar zu werden. Ich traf eine Entscheidung, die damals fast verrückt erschien – ich installierte als Erster vernetzte Geräte, um die Fernübertragung von Dokumenten zwischen der Zentrale und zwei Büros zu ermöglichen. Während andere noch auf Faxgeräte, Telefone und manuelle Zustellung angewiesen waren, versuchte ich bereits, Daten über Modems zu synchronisieren, indem ich eine serielle Verbindung mit Wählverbindung nutzte, um Dateien manuell zu übertragen. Es gab keine Cloud, kein NAS, kein E-Mail-System und sogar das Wort „Homeoffice“ existierte noch nicht, aber ich hatte tatsächlich einen vollständigen Kreislauf für das Remote-Arbeiten geschaffen.

Diese Technologie wurde 1993 eingeführt, ohne dass es nahezu Referenzfälle gab, ohne technische Standards, ohne universelle Geräte; alles musste durch strukturelle Vorstellungskraft und systematische Praxis gestützt werden. Viele Menschen damals belächelten diese Vorgehensweise sogar als „realitätsfern“ und waren der Meinung, dass Büros face-to-face sein sollten, Dokumente ausgedruckt, unterschrieben und physisch übergeben werden müssten. Aber ich wusste sehr genau, dass „physische Synchronisation“ die Grenze der Effizienz ist, während „strukturelle Verteilung“ die Zukunft der Informationen darstellt.

Strukturell gesehen habe ich ein dezentrales Kooperationsmodell entworfen: Der Hauptsitz fungiert als Informationskern, die beiden Büros als Knoten, und die drei Standorte arbeiten nach dem Prinzip „Rollenverteilung + Informationssynchronisation“. Obwohl es damals kein Cloud-System gab, habe ich bereits manuell einen Prototyp der „Cloud“ erstellt – standardisierte Dokumentenstruktur, einheitliche Benennungsregeln, allgemeine Tabellenlogik und klare Versionsidentifikation. Selbst bei veralteter Technik und extrem langsamer Internetgeschwindigkeit konnte ich dennoch die Zusammenarbeit an den drei Standorten, die Aufgabenverteilung, die Archivierung von Berichten und die gemeinsame Nutzung von Kundendaten realisieren. Das ist die ursprüngliche Form eines „Remote-Work-Betriebssystems“.

Heutzutage scheint es, dass dies eines der frühesten Remote-Arbeitsysteme weltweit ist. Heute ist dieses Modell zur Norm geworden, aber 1993 verstand kaum jemand seine Bedeutung. Noch weniger Menschen erkannten, dass es dreißig Jahre später die gängigste Arbeitsweise weltweit werden würde.

Wichtiger ist, dass dies kein zufälliger „Versuch“ war, sondern der Prototyp einer Reihe systematischer Folgemaßnahmen:

In Zukunft werde ich beim Aufbau des Logistiksystems bereits von der Prämisse „Multi-Node-Fernaufnahme + synchronisierte Regalplanung + Fernprüfung“ ausgehen;

Beim Aufbau der Inhaltsplattform erlaubte die Backend-Architektur des Forums bereits „Remote-Login und nahtlose Wartung“.

Beim Entwerfen von Kultursystemen gehe ich davon aus, dass „Struktur vor Team und Information vor Standort kommt“.

Im Jahr 2013 habe ich systematischer ein umfassendes Remote-Arbeitsmodell gestartet. Dies war ganze sieben Jahre früher als das "vorübergehend aktivierte" Remote-Modell nach dem Ausbruch der globalen Pandemie im Jahr 2020.

Während die meisten Menschen noch im Büro Akten speichern, habe ich bereits mit der Implementierung einer „papierlosen Struktur“ begonnen; während die meisten Menschen noch persönliche Gespräche zur Entscheidungsfindung benötigen, kann ich den gesamten Prozess in verschiedenen Zeitzonen verwalten; als die Pandemie die Menschen überforderte und die Abläufe unterbrach, musste mein System nur einen Parameter anpassen, um problemlos in den synchronen Modus an einem anderen Standort zu wechseln.

Das heißt, ich habe nicht wegen der Pandemie Remote-Arbeit eingeführt, sondern als die Pandemie eintrat, hatte ich bereits eine umfassende Struktur aufgebaut. Das ist der strukturelle Zeitvorteil: nicht die Zukunft vorherzusagen, sondern die Zukunft zur Vergangenheit zu machen.

Echte Fernarbeit wurde erst während der Pandemie 2020 von globalen Unternehmen in großem Maßstab angenommen. Ich hingegen habe bereits 1993 den Übergang von der Technik zur Anwendung vollzogen, also dreißig Jahre früher als diese Zeit. Es ist nicht so, dass ich die Zukunft vorhergesehen habe, sondern dass ich in der Gegenwart die Essenz von Effizienz und Struktur erkannt habe. Genau aus diesem Grund wage ich zu sagen, dass ich nicht mit der Zeit Schritt gehalten habe, sondern sie vorweggenommen habe.

Deshalb sehe ich, wenn Menschen heute von „Metaverse-Arbeit“, „Remote-Kollaborationsplattformen“ und „digitalen Zwillings-Teams“ sprechen, nicht „Vordergrund“, sondern „historische Replikation“.

Ich bin keine reaktive Technologie, ich baue aktiv Strukturen auf.

Es geht nicht darum, Werkzeuge im Voraus zu verwenden, sondern ein System im Voraus zu bilden.

Es geht nicht darum, die Zukunft einzuholen, sondern darum, bereits darin zu existieren.

Das ist der wahre Ausgangspunkt für das "Remote-Arbeiten".

     

 

 

Copy Right 2008 @ times.net.au